In der heutigen digitalen Welt spielen Umfragen aus vielen Gründen branchenübergreifend eine zentrale Rolle. Von der akademischen Forschung bis zur Marketingentwicklung helfen sie Menschen, strategischere Entscheidungen zu treffen und Ziele zu erreichen. Und ein gutes Umfrageergebnis beginnt immer mit guten Fragen.
Fragen sind gewissermaßen das Herzstück einer Umfrage. Deshalb ist es entscheidend, alle Fragen richtig zu formulieren und sinnvoll anzuordnen. Ein schlecht gestalteter Fragebogen macht nicht nur den gesamten Zweck der Umfrage zunichte, sondern frustriert auch die Befragten.
Wie entwickelst du also anregende Fragen für deine Umfragen, damit du aussagekräftigere Umfragedaten sammeln kannst?
Hier sind einige Dos und Don'ts, die du beim Erstellen von Umfragefragen beachten solltest.
Die Dos: So Erstellst Du Anregende Umfragefragebögen
Natürlich möchtest du als Ersteller einer Umfrage den Befragten ein möglichst perfektes Erlebnis bieten. Schließlich führen reibungslose Abläufe zu zuverlässigeren und genaueren Umfragedaten.
Damit du eine Umfrage mit den bestmöglichen Fragen gestalten kannst, solltest du diese Dos beachten:
1. Halte Es Einfach Und Direkt
Die Zeit deiner Umfrageteilnehmer ist kostbar und sie haben nicht den ganzen Tag, um all deine Fragen zu beantworten. Deshalb ist es immer besser, die Fragen so direkt wie möglich zu formulieren.
Achte darauf, dass alle Fragen klar und fokussiert sind und jeweils einem einzigen Zweck dienen: die Antwort- und Abschlussquoten zu erhöhen und konkretes Feedback von Befragten zu erhalten.
Du kannst ein kurzes Erklärvideo oder ein einprägsames Bild hinzufügen, um deine wichtigsten Punkte zu veranschaulichen, statt umfangreiche, wenig ansprechende Absätze zu schreiben.
Verwende für deine Umfragen außerdem immer einen einfachen und klaren Wortschatz. Eine einheitliche Sprache hilft den Befragten, deine Fragen leicht zu verstehen und genaue, wertvolle Antworten zu geben.
2. Nutze Screening-Fragen (wenn Nötig)
Mit Screening-Fragen kannst du Befragte abhängig von ihrer Antwort für deine Umfrage qualifizieren oder ausschließen. Geht es in deiner Umfrage beispielsweise um Branding und sollen Teilnehmer mehrere gezeigte Markenlogos danach bewerten, wie gut sie ihnen gefallen, könntest du sie zunächst fragen, zu welchem Unternehmen diese Logos gehören. Passt die Person nicht zur Zielgruppe, bedankst du dich bei ihr und sie kann die Umfrage schließen.
Hier ist ein Beispiel aus einer Adobe-Umfrage. Gleich zu Beginn werden die Befragten anhand ihres aktuellen Beschäftigungsstatus gefiltert, um bessere und genauere Umfragedaten zu erhalten.
Quelle: Adobe
Screening-Fragen sind deshalb vorteilhaft, weil sie sich nur an qualifizierte Befragte oder Menschen mit echtem Interesse an einer Teilnahme richten. Dadurch erhältst du nützlichere und genauere Umfragedaten.
3. Konzentriere Dich Auf Geschlossene Fragen
Die Beantwortung offener Fragen kann für Befragte mehr Zeit und Aufwand erfordern als die Beantwortung geschlossener Fragen. Denn bei einer offenen Frage müssen sie eine eigene Antwort formulieren, statt wie bei geschlossenen Fragen eine oder mehrere Antworten beziehungsweise Skalen auszuwählen.
Stell in einer einzelnen Umfrage möglichst nicht mehr als zwei offene Fragen. Wenn möglich, platzierst du sie am besten auf einer separaten Seite am Ende. Bricht eine Person die Umfrage vor dem Abschluss ab, kannst du ihre Antworten auf den vorherigen Seiten trotzdem speichern und diese Daten nutzen.
4. Formuliere Jede Frage Anders
Stell dir vor, jemand stellt dir immer wieder dieselben oder ähnliche Fragen, die zur gleichen Antwort führen. Ziemlich nervig, oder? Achte deshalb darauf, dass sich jede deiner Fragen von den anderen unterscheidet und entsprechend eine ganz andere Antwort erfordert.
Anders gesagt: Eine Umfragefrage sollte für Befragte nicht so vage oder unklar sein, dass sie minutenlang statt nur einige Sekunden darüber nachdenken müssen. Sonst könnten sie versucht sein, deine Fragen ohne großes Nachdenken zu beantworten – oder noch schlimmer: die Umfrage viel zu früh verlassen.
Die Don'ts: Was Du Vermeiden Solltest
Jetzt weißt du, wie du Qualität und Wirksamkeit deines Umfragefragebogens verbessern kannst. Sehen wir uns nun einige Dinge an, die du nicht tun solltest.
Selbst wenn du die am besten qualifizierten Befragten aus deiner Zielgruppe erreichst, führen schlecht durchdachte Fragen zu verzerrten Ergebnissen – und das ist bei Umfragedaten nie gut.
Vermeide deshalb die folgenden Punkte:
1. Vermeide Doppelfragen
Dieser Fehler passiert leicht, doch Doppelfragen können Befragte verwirren. Dabei werden sie innerhalb einer einzigen Frage um Feedback zu zwei verschiedenen Aspekten oder Themen gebeten. Tückisch, oder?
Unten siehst du ein Beispiel für eine Doppelfrage.
Quelle: Nextiva
Geht es im obigen Fall um die Wahrscheinlichkeit, die Marke einem Freund zu empfehlen, oder darum, erneut etwas zu kaufen? Das sind zwei völlig verschiedene Fragen, die unterschiedliche Antworten erfordern – sie lassen sich nicht mit einer einzigen Antwort beantworten.
Überlege deshalb zunächst, ob du diese zwei verschiedenen Informationen wirklich benötigst. Falls nicht, fasse den Inhalt zusammen und stell immer nur eine Frage auf einmal.
2. Vermeide Suggestivfragen
Suggestivfragen können stärker verzerrte und weniger genaue Antworten liefern, als du dir für deine Umfrageergebnisse wünschst. Achte darauf, dass die Antwortoptionen in derselben Reihenfolge stehen wie die Formulierungen im Fragebogen. So springen Befragte nicht vorschnell weiter und übersehen nichts, womit sie aufgrund der Formulierung oder Darstellung nicht rechnen konnten.
3. Vergiss Nicht, Vor Der Veröffentlichung Alles Zu Prüfen
Sobald du mit dem Erstellen des Fragebogens fertig bist, ist die Versuchung groß, die Umfrage sofort zu veröffentlichen und die Antworten der Befragten anzusehen. Doch selbst winzige Fehler können sich eingeschlichen haben und die Ergebnisse deiner Umfrage beeinflussen.
Deshalb musst du die Fragen immer wieder prüfen, bevor du sie an die Welt schickst.
Achte auf kleine Details wie Zeichensetzung, Grammatik, Sprache und Ton. Stell sicher, dass alle Fragen sinnvoll und leicht zu beantworten sind.
4. Vergiss Mobile Nutzer Nicht
Wenn du genauere Umfrageergebnisse möchtest, sollte deine Umfrage responsiv und mobilfreundlich sein, damit Menschen die Fragen auch auf ihrem Smartphone oder Tablet beantworten können.
Auf einem kleineren Bildschirm passen weniger Fragen auf eine Seite. Dadurch müssen Befragte möglicherweise durch die gesamte Frage scrollen.
Abschließende Gedanken
Als Ersteller einer Umfrage besteht eines deiner wichtigsten Ziele darin, dass möglichst jeder Befragte aus deiner Zielgruppe, der die Umfrage beginnt, sie auch beendet. So gewinnst du Erkenntnisse, mit denen deine Organisation mehr bewirken kann. Dank der oben genannten praktischen Dos und Don'ts weißt du nun, was du beim Erstellen eines Umfragefragebogens tun und vermeiden solltest.